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Klinische Studien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Klinische Studien haben den Zweck, neu entwickelte Medikamente, Therapien und medizinische Techniken auf ihre Wirksamkeit zu testen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs

Klinische Studien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Medikamente und Therapieansätze, die in der medizinischen Forschung entwickelt wurden, müssen zuerst auf ihre Wirksamkeit und Risiken (z. B. Nebenwirkungen) überprüft werden. Erst dann dürfen sie auf den Markt und verordnet werden. Für diese Überprüfung werden klinische Studien durchgeführt. Im Rahmen solcher Studien werden Wirkstoffe erstmalig am Menschen ausprobiert. Klinische Studien sind in Deutschland vom Gesetzgeber geregelt. Für sie gelten strenge Auflagen, beispielsweise welche Tests in welcher Reihenfolge vorgenommen werden müssen.

Neue Studien werden zunächst nur an einer kleinen Zahl von Probanden (Teilnehmer) durchgeführt, nachdem umfangreiche Laboruntersuchungen stattgefunden haben. Erst wenn genauere Erkenntnisse über die Therapie vorhanden sind, wird sie an einer größeren Zahl von Patienten getestet. Der Studienträger muss für den Probanden eine Versicherung abschließen, die negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Patienten abdeckt.

Auch Therapieansätze, die nicht medikamentös sind, werden meist in klinischen Studien getestet. Dazu gehören auch neue operative Verfahren. Für eine klinische Studie braucht es Probanden. Die Teilnahme an klinischen Studien ist freiwillig. Man muss nicht teilnehmen und es dürfen keine Nachteile entstehen, falls man ablehnt. Eine Teilnahme kann Chancen mit sich bringen, aber auch Risiken. Ob man an einer Studie teilnehmen kann, hängt unter anderem vom Alter, möglichen Begleiterkrankungen, der Krebsart und dem Stadium sowie der körperlichen Verfassung ab.

Klinische Studie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs

In einer Studie in Heidelberg haben Forscher getestet, ob eine im Brokkoli enthaltene Substanz im Zusammenhang mit einer Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs helfen kann. Ergebnis: Der Wirkstoff kann das Wachstum des Krebsgeschwürs bremsen und die Wirkung von Zytostatika (Chemotherapie) verstärken. Es hemmt die Resistenz der bösartigen Zellen. Genauer bedeutet dies, dass ein bestimmter Signalweg in den aggressiven Krebszellen blockiert wird. Dies ist relevant, weil sich die Zellen normalerweise so gegen die Chemotherapie schützen. In Zukunft können auf dieser Basis neue Krebsmedikamente in weiteren Studien erforscht werden.

Fedor Singer

 

Weitere Informationen zu klinischen Studien erhalten Sie beim Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V.